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Kessel- und Ofenrohre

Infolge eines schwerwiegenden Dampfkesselzerknalls im Oktober 1994 in Bonn, bei dem sechs Todesopfer zu beklagen waren, wurden von den zuständigen Landesbehörden außerordentliche Prüfungen an Kesselrohren gefordert. Danach sollten mindestens alle Steigrohre bis inklusive der ersten Bögen einer visuellen Innenprüfung – ergänzt durch Endoskopie – unterzogen werden. Zusätzlich sollte an 20 % der Bögen eine Durchstrahlungsprüfung vorgenommen werden. Wegen der meistens vorhandenen Beläge (Schutzschicht, Kalkablagerungen etc.) konnte bei der Endoskopie nicht immer die geforderte Erkennbarkeit des für den Bonner Unfall typischen Schadensbildes – längsorientierte dehnungsinduzierte Risskorrosion – erreicht werden. Auch die Durchstrahlungsprüfung sowie die Ultraschallprüfung waren wegen erschwerter örtlicher Zugänglichkeit nicht immer in ausreichendem Umfang durchführbar. Ein Nachteil dieser Prüfverfahren ist, dass die Isolierung entfernt werden muss, damit die Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, und dass die resultierenden Messwerte nicht die erforderliche Auflösung erbringen.

Die Ultraschallprüfung (z.B. mit dem IRIS-System) setzt voraus, dass das IRIS-System genau zentriert in das Rohr eingesetzt und dass das zu prüfende Rohr komplett mit Wasser gefüllt wird, um eine genaue Ankoppelung zu gewährleisten. Diese Bedingungen können besonders in gebogenen Abschnitten nicht erfüllt werden.
Aus den genannten Gründen hat DELTA TEST in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süddeutschland ein Innenprüfsystem, basierend auf dem Wirbelstromverfahren, entwickelt und bereits bei weit über 10.000 Rohren erfolgreich eingesetzt.
Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine Wirbelstromrotiersondentechnik, die lückenlos die Innenoberfläche der Rohre bis zu einer Einfahrtiefe von ca. 20 m abtastet. Dabei werden die ersten beiden Rohrbögen vollständig erfasst. Auch Veränderungen des Rohrinnendurchmessers (Swaging) können durch unsere flexiblen Sondensysteme durchfahren werden. Normale fest haftende Schutzschichten stören die Prüfung nicht. Nur grob inhomogene Ablagerungen müssen ggf. vor der Prüfung mittels Wasserstrahlverfahren entfernt werden. Die Wirbelstromsonde wurde speziell für den nachzuweisenden Fehlertyp ausgelegt, es können somit längsorientierte rissartige Fehler ab einer Fehlertiefe von ca. 0,5 mm sicher erkannt werden. Zusätzlich werden auch kleine Korrosionsnarben detektiert. Die bisherigen Ergebnisse der Prüfungen an über 10.000 Rohren bestätigen die hervorragende Nachweisempfindlichkeit und gute Interpretierbarkeit des Wirbelstromrotiersondenverfahrens. Wir halten deshalb das Wirbelstromverfahren für geeignet, die Bewertungssicherheit über die Integrität der Kesselrohre wesentlich zu erhöhen.
Das Sondensystem besteht aus einer Anzahl von Zentrierelementen auf einem flexiblen Schlauch und dem Rotiersensor selbst. Diese Zentrierelemente weisen ein System bei der automatischen Selbstpositionierung auf der zu prüfenden Oberfläche auf. Während der Prüfung werden die erfassten Daten mit den Daten der Kalibrierungskörper verglichen. Die Ergebnisse der Analyse werden sowohl in Tabellenform als auch in der DELTA TEST-Dokumentationssoftware gespeichert.